Le Vigaro |

Minimale Resterkrankung bei CLL

Bei der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) ist nicht nur die klinische Remission entscheidend. Ebenso entscheidend ist, wie tief die CLL-Zellen während der Therapie abfallen und ob nach der Therapie noch maligne Zellen vorhanden sind.

Hintergrund

Die Untersuchung der minimalen Resterkrankung (minimal residual disease, MRD) ermöglicht eine genauere Beurteilung des Therapieansprechens. Als MRD-negativ gilt ein Befund, wenn mittels Immunphänotypisierung weniger als eine CLL-Zelle unter 10’000 Leukozyten nachweisbar ist. Ein MRD-negativer Befund ist prognostisch ­günstig. Ein MRD-positiver Befund weist auf ein erhöhtes Rückfallrisiko hin. Diese Information fliesst in die Planung von Verlaufskontrollen und weiteren Therapien ein.

 

Diagnostik

CLL-Zellen werden anhand ihres charakteristischen Immunphänotyps mittels ­hochsensitiver ­Immunphänotypisierung von normalen Lymphozyten unterschieden und unter 500’000 ­untersuchten Leukozyten quantifiziert.

Die Analyse kann während einer laufenden Therapie oder nach Abschluss der Behandlung erfolgen.

 

Interpretation

Das Resultat gibt die Anzahl nachgewiesener CLL-Zellen pro 10’000 Leukozyten an.

 

 

Resultat

Bedeutung

Therapieansprechen

MRD 3 positiv  

≥ 10 CLL-Zellen / 10’000 Leukozyten

unvollständig

MRD 4 positiv

≥ 1 bis < 10 CLL-Zellen / 10’000 Leukozyten

gut

MRD 4 negativ

< 1 CLL-Zelle / 10’000 Leukozyten

sehr gut

 

 

Verordnung

Minimale Resterkrankung CLL

 

Methode

Immunphänotypisierung

 

Material

Blut, EDTA-Tube, lila (6)

 

Preis

Gemäss Analysenliste

 

Redaktion

PD Dr. phil. II Christian Kalberer, Spezialist für Labormedizin FAMH
PD Dr. med. Giuseppe Colucci, FMH Innere Medizin, Hämatologie, Spezialist für Labormedizin FAMH
Dr. med. Kaoutar Hamouda, Kandidatin Spezialistin für Labormedizin FAMH